Reise – und Hintergrundliteratur

Brunswig-Ibrahim, Muriel: KulturSchock Marokko, Reise Know How, Bielefeld, zweijährliche aktuelle Auflagen. Umfassende Hintergrundberichte und Landeskunde, Wissen „hinter den Kulissen“ und von Presse u.a. hochgelobt. Als Einstiegslektüre für Botschaftsangestellte der dt. Botschaft in Rabat vom Botschafter empfohlen.

 

dies. Marco Polo Marokko. MAIRDUMONT, Ostfildern, Neuauflage 2016. Klein, fein mit allem wichtigen versehen, lockere Sprache und jeder Menge Insidertipps. Eignet sich super als ersten Überblick über das Land. Viele tolle Tipps!

 

dies. Marco Polo Marrakesch City Guide. MAIRDUMONT, Ostfildern, Erstauflage 2017. Ein ganzes Buch voller Informationen rund um Marrakech. Viele Insidertipps, beste Adressen für das alte, aber auch das moderne Marrakech. Perfektes Buch für einen Städtetrip!

 

dies. u.a.: Baedeker Smart Marokko - Perfekte Tage in den Gassen der Souks. MAIRDUMONT, Ostfildern, Neuauflage 2015. Viele schöne Bilder, ausführliche Informationen zu den wichtigen Orten Marokkos mit einem spannenden Magazin rund um Marokko

 

dies. u.a.: Baedeker Smart Marrakech - Perfekte Tage wie in Tausendundeiner Nacht. MAIRDUMONT, Ostfildern, Neuauflage 2016. Wie der Marco Polo super Buch für einen Städtetrip nach Marrakech mit vielen anregenden Bildern und mehr Infos zu Sehenswürdigkeiten.

 

dies. Stefan Loose Travel Handbuch Marokko. MAIRDUMONT, Ostfildern, Erstauflage 2017. Aufwändig recherchiertes, allumfassendes Buch - eine Bibel für alle Individualreisenden, das ganz Marokko umfasst, nicht nur praktisch und mit Wegbeschreibungen, sondern auch voller Adressen, Hintergrundberichte und ausführlichen Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten. Von der algerischen Grenze bis nach Mauretanien ist die Autorin das Land abgereist und hat drei Jahre lang recherchiert. Top!

 

dies. und Erika Därr: Marokko aktiv, Reise Know How, Bielefeld 2002. Alles zu Aktivurlaub in Marokko. Trekkingregionen werden vorgestellt, Kamelrouten u.a.

 

Allgemeines , Schönes

 Brunswig-Ibrahim, Muriel u.a.: Faszinierendes Marokko, Palmyra-Verlag, Heidelberg 2005. Sehr schöner Bildband mit umfassenden Hintergrundberichten und super Fotos.

 

 dies. , Lutz Jäkel: The Taste of Marrakesh. Edition Fackelträger, Köln 2016. Kochbuch von Muriel Brunswig-Ibrahim, die die marokkanische Küche seit Jahren liebt und lehrt. Herrliche Fotos von Lutz Jäkel, die sofort Lust auf Marrakech machen.

 

 Die Erzählungen aus Tausendundein Nächten. Die vollständige (und meines Wissens einzige nach dem arabischen Urtext übersetzte) deutsche Ausgabe wurde in sechs Bänden vom Inselverlag in Wiesbaden 1953 zum ersten Mal herausgebracht und seitdem immer wieder neu aufgelegt. Das Beste, was man an arabischer erotischer Literatur finden kann!

 

Tahir Schah: Der glücklichste Mensch der Welt. Malik National Geographic. Das Buch macht glücklich. Es erzählt von Tahir Schahs Reise nach Marrakesch, wo er versucht, die Geschichte seines Herzens zu finden. Denn – so sagt es die Sage der Berber: Jeder Mensch hat eine Geschichte in seinem Herzen – und glücklich ist der, der sie kennt.

 

Elias Canetti: Die Stimmen von Marrakesch. Elias Canettis Meisterwerk (Fischerverlag) stammt aus den 1950er Jahren und erzählt von seinen Begegnungen mit Menschen in Marrakesch. Er tut dies so unglaublich lebendig, dass man als Leser die beschriebenen Personen vor sich sieht und unbedingt kennen lernen möchte.

 

Esther Freud: Marrakesh – Roman von Esther Freud und Film mit Kate Winslet gleichermaßen. Erzählt wird die Geschichte einer jungen Frau, die zusammen mit ihren beiden kleinen Töchtern aus London nach Marrakesch reist. Anfangs scheint der Aufenthalt für alle als ein exotischer Traum, doch bald schon holt sie die Realität ein. Buch und Film stammen von 1999, das Buch ist inzwischen vergriffen, aber noch antiquarisch zu bekommen.

Marokkanische Autoren

In einem Land, dessen Menschen über Jahrtausende hinweg keine Schrift hatten, muss die Erzähltradition eine immens wichtige Rolle spielen. Das ist nur logisch. Dennoch sind Marokkos Geschichtenerzähler und Literaten nicht wirklich bei uns bekannt. Wer jedoch in Marrakech auf den Djemaa el Fna kommt, wird sofort hinein gezogen in die Welt der Geschichtenerzähler. Und so modern das Land sich sonst zeigt - hier auf diesem Platz spielen weder Handy noch Tablet eine Rolle. Hier werden keine Bücher gelesen oder Filme gesehen: Hier lauscht man nach wie vor den Geschichtenerzählern. Doch leider ist das nur noch hier so. Immer seltener erzählen Müttern ihren Töchtern die alten Legenden - denn das alte Wissen der Berber wurde immer nur von Mutter zu Tochter weiter gegeben. Und schriftlich festgehalten wird leider auch nur wenig.

Zum Glück aber gibt es die marokkanischen Literaten, darunter einige, die auch international bekannt und erfolgreich sind. Sie erzählen nicht selten vom einfachen Leben vor Ort. Von den Konflikten der Familien und den Dramen der einzelnen.

Der bekannteste darunter ist ganz klar Tahar Ben Jelloun (geb. 1944), der auf Französisch schreibt. Viele seiner Bücher sind ins Deutsche übersetzt. Das bekannteste seiner Bücher ist der preisgekrönte Roman: Sohn ihres Vaters, ein sensibles Portrait einer marokkanischen Familie, die versucht, ihre Tochter als Jungen aufwachsen zu lassen, um das Erbrecht zu umgehen (und der Schmach zu entkommen, nur Töchter und keine Söhne). Neben Ben Jelloun sind außerdem Driss Charhadi (geb. um 1938), Muhammad Mrabet (geb. 1940) und Driss Chraibi (geb. 1926) bei uns bekannt. Alle ihre Romane sind lebendige authentische Erzählungen zum Leben vor Ort. Sie bedienen sich einer einfachen Sprache und wurden nicht selten auf Tonband aufgenommen und später von anderen aufgeschrieben. Einer derjenigen, der die Geschichten von Charhadi und Mrabet aufschriebt war Paul Bowles, der amerikanische Aussteiger, der in Tanger lebte und dort selbst großartige Bücher schrieb (mehr zu ihm s. S. xxx - im Tanger-Kapitel).

Mohamed Choukri (geb. 1935), der letzte hier bekannte marokkanische Schriftsteller, dessen Bücher man auch auf Deutsch erhalten kann, entspricht eher dem Bild des gebildeten Literaten. Er hat z.B. einen Roman und Bücher über Tennessee Williams und Jean Genet geschrieben, die er persönlich kannte. Seine Autobiografie Das nackte Brot ist sein bekanntestes Buch und spricht für eine ganze Generation von Nordafrikanern. Viele seiner Geschichten spielen in Tanger, wo er auch lebte.

 

Marokkanische Frauenliteratur

 

Fatima Mernissi: Herrscherinnen unter dem Halbmond: die verdrängte Macht der Frauen im Islam, Freiburg 2004. Immer wieder spannend!

 

dies. Der politische Harem. Muhammad und die Frauen Freiburg 1992. Dies Buch ist wohl das umstrittendste Werk der marokkanischen Autorin. Sie versucht hierin aufzuzeigen, dass der Islam eine „feministische“ Religion ist und der Prophet selbst ein emanzipierter Mann. Für mich eines der spannendsten Bücher.

 

dies. Der Harem in uns. Die Autobiographie der Autorin aus der Sicht eines Kindes erzählt. Wunderschöne Geschichte, gespickt voller Informationen!

Filme

Marokko als Filmland mit den größten Filmstudios Afrikas in Ouarzazate hat eine riesige Filmindustrie. So gut wie jeder Hollywood-Streifen, der in der Wüste oder in der arabischen Welt spielt, wurde in Marokko gedreht. Hier ist eine ganz kleine Auswahl der besten Filme (aber wirklich nur eine kleine Auswahl):

 

Bei Exit Marrakesh (2013) geht es um eine schwierige Vater-Sohn-Beziehung. Marrakesch, dessen Umgebung sowie Teile der Wüsten dienen dem Film als Kulisse und spielen eher am Rande eine Rolle. Dennoch vermittelt der Film viele echte und lebendige Eindrücke der Stadt und des wunderschönen Landes.

 

Lippels Traum (1984) ist eigentlich ein Kinderfilm. Aber was für einer! Es geht um einen kleinen Jungen, der eine fiese Gouvernante hat (Anke Engelke). Er entflieht ihr in Träumen, wo er unglaubliche Abenteuer mit seinen beiden arabischen Freunden erlebt. Der Film würde im Erg Chebbi und in Ouarzazate gedreht. Wow!

 

Der Mann der zu viel wusste (1956) - ein Thriller in bester Hitchcock-Manier. Hier geht es weniger um Marokko, sondern vielmehr dient Marrakech als herrliche Filmkulisse bei der Aufklärung eines brutalen Mordes.

 

Bernardo Bertoluccis Filmabenteuer: Der Himmel über der Wüste (1960) ist wahrscheinlich das bildgewaltigste Epos, das je über Marokko gedreht wurde. Im Vordergrund steht zwar ein amerikanisches Beziehungsdrama, die Drehorte (Draatal, Erg Chebbi, Tanger) sind aber so großartig, dass man über die Story hinweg sehen kann.

 

Schon 1930 wurde hier der erste Film gedreht: "Morocco" – mit Marlene Dietrich. Er handelt von der jungen Nachtclubsängerin Amy Jolly, die in Marrakesch lebt und arbeitet. Natürlich ist es eine Liebesgeschichte, die Amy im Verlauf des Filmes durch ganz Marokko führt, um ihre große Liebe zu finden.

 

Weitere Filme sind (Auswahl!): Asterix & Obelix (Ouarzazate, mit Gerard Dépardieu), Sex and the City II (Marrakech, Erg Chebbi mit Sarah Jessika Parker), Alexander (Ouarzazate, mit Angelina Jolie), Babel (Tazzarine, Ouarzazate mit Brad Pitt) und natürlich der Superklassiker: Orson Wells Othello (Essaouira, El Jadida).